250 Mal rechtsextreme Live-Musik

rechtsrockkonzerte

Neonazis treffen sich wieder häufiger zu Rechtsrock-Konzerten und anderen Musikveranstaltungen. Nach einem längeren Abwärtstrend stieg die Zahl der Veranstaltungen im vergangenen Jahr erstmals wieder, und auch 2016 scheint sich der Aufschwung fortzusetzen. Das zeigen Daten des Bundesinnenministeriums, die ich zusammen mit meinem Kollegen Florian Flade ausgewertet habe. In den vergangenen Monaten haben wir immer wieder über die Thematik berichtet. Mittlerweile ist ein Datensatz mit rund 250 rechtsextremen Musikveranstaltungen entstanden.

Konzerte dienen in der rechten Szene der Vernetzung und Rekrutierung von Nachwuchs. Ferner dienen die Einnahmen oft der Finanzierung von Gerichtsprozessen gegen gewalttätige Neonazis.

Besonders schockierte mich die Hilflosigkeit vor Ort: In Dörfern wie Staupitz in Sachsen oder Kirchheim bei Erfurt sind es einzelne Immobilienbesitzer, die regelmäßig ihre Räumlichkeiten den Rechtsextremen zur Verfügung stellen. Alle paar Wochen müssen die Anwohner miterleben, wie dutzende, manchmal sogar hunderte Neonazis in den Ort einfallen und gleich nebenan feiern. Die Veranstaltungen sind ordnungsgemäß angemeldet und die Räume oft so gut isoliert, dass selbst der Vorwurf der Ruhestörung ins Leere läuft.

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