Wege aus der Personalisierung

Warum zeigt mir Facebook die Status-Updates bestimmter Personen an, die anderer aber nicht? Warum liefert mir Google unter dem selben Suchbegriff andere Ergebnisse als meinem Kollegen? Online-Dienste haben immer seltener ein einheitliches, reproduzierbares Aussehen. Stattdessen unterscheiden sie sich von Anwender zu Anwender. Die Entscheidung, wie sich ein Dienst einem bestimmten Anwender präsentiert, treffen Algorithmen, die die Online-Inhalte auf unsere persönlichen Bedürfnisse zuschneiden sollen. Diese Algorithmen werten etwa aus, nach welchen Begriffen wir in der Vergangenheit gesucht haben oder wessen Status-Updates wir geliket und kommentiert haben.

Bei der Diskussion Algorithmen-Ethik auf der re:publica ging es um die Vorteile dieser Personalisierung, vor allem aber auch um die Probleme, die mit ihr einhergehen. Mercedes Bunz brachte den Status Quo auf den Punkt: „Es gibt kein Außerhalb der Personalisierung mehr.“ Online-Dienste böten keine Möglichkeit, ihre Personalisierungsalgorithmen zu verstehen und einzelne Parameter oder den gesamten Algorithmus auszuschalten.

Weiterlesen →

So nutzen Politiker Twitter

Zuweilen war es ja ganz schön amüsant, im zurückliegenden Superwahljahr 2009 Politikern dabei zuzusehen, wie sie ihre ersten, unsicheren Schritte im großen, weiten Internet machten. Aber es half ja alles nichts, schließlich hatte Obama es 2008 vorgemacht und nun musste man sich auch hierzulande den Anschein geben, im „neuen“ Medium der jungen Wähler zu Hause zu sein. Nicht nur in diversen Sozialen Netzwerken waren die Abgeordneten (und die, die es werden wollten) zahlreich vertreten, auch der Microblogging-Dienst Twitter wurde von den Politikern im Wahlkampf intensiv genutzt. Nach der Wahl verwaisten etliche Profile, überraschend viele Parlamentarier aber blieben dem Dienst treu: Auch über zwei Monate nach der Wahl twitterten weit über hundert Bundestagsabgeordnete regelmäßig. Und einige haben Twitter sogar wirklich verstanden. Ergebnisse einer Seminararbeit.

112 Bundestagsabgeordnete twittern. Das sind immerhin 18 Prozent der 622 MdB. In der Untersuchung wurden solche Profile berücksichtigt, die auch nach der Bundestagswahl 2009 regelmäßig Tweets absetzten und die von den Parlamentariern selbst oder ihren Mitarbeitern in deren Auftrag gepflegt wurden. Es wurden 1.074 Tweets untersucht, die von den 112 MdB-Profilen in der Woche von Montag, den 30. November bis Sonntag, den 6. Dezember 2009 (eine Sitzungswoche) veröffentlicht wurden.

Weiterlesen →

12